Kornaten  

Juli 1996

Bild 1:  Übermütig, weil wir nach langer und anstrengender Autofahrt nun endlich auslaufen konnten und frisch von der Tanzschule, wo wir vor kurzem einen Rock´n Roll Kurs absolvierten, mussten wir nach einigen Aufforderungen unser Können unter Beweis stellen. Man hat zwar den gleichen Platz wie in so manchen 'Tanzlokalen' muss sich jedoch an das Schaukeln gewöhnen :-|
Die Crew setzte sich aus Andrea & Andreas, unseren langjährigen Freunden und Segelpartnern, Regina & Theo sowie aus Andrea & Andreas unserem Bauleiter - will heißen, dass das Projekt Hausbau erfolgreich abgeschlossen wurde ;-) zusammen. Ausgangs- u. Zielhafen: Biograd.

Bild 2:  Nachdem diesmal 4 Landratten (= 1.Törn) dabei waren, wurde noch am ersten Tag eine kurze Einschulung der wichtigsten Begriffe und Übungen wie Segel setzen, reffen und wieder bergen, durchgeführt. Danach konnten wir so richtig den ganzen Tag bei frischem Wind segeln.

Bild 3:  In den Nachmittagsstunden wurde es zunehmend dunkler und eine Wolkenfront, die ursprünglich am Horizont zu sehen war, näherte sich uns schnell. Zu diesem Zeitpunkt waren unsere neuen Mitsegler froh, alles schon einmal bei normalem Wetter geübt zu haben, sodass das Segelbergen recht flott ablief. Andy suchte mit Hilfe der Karte die Durchfahrt zu einer kleinen Marina, die sich querab von unserer Position befinden sollte. Jedoch war diese bei den diesigen Lichtverhältnissen sehr schwer auszumachen. In den nächsten Minuten brach ein richtiger Gewittersturm mit heftigem Regen über uns herein. Als wir die Durchfahrt passierten wurde der Regen immer stärker und ging schließlich in Hagel über. Glücklicherweise war die Marina schon in Sichtweite.

Bild 4:  Aufgrund der Wassertiefe bzw. unseres Tiefganges von knapp 2,5m konnten wir leider nicht den ersten Steg anlaufen, sondern mussten weiter hinten anlegen. Die Zufahrt gestaltete sich äußerst mühsam, da die Fahrrinne nur ungefähr eine Bootslänge breit war und wir mit dem Schiff noch wenden mussten, um am einzigen freien Platz anlegen zu können. Das Anlegemanöver war trotz Sturm, Hagel und unter der Mithilfe der wenigen geübten Crewmitglieder sehr gut abgelaufen. Endlich sicher zwischen der Muring und den Achterleinen liegend, genehmigten wir uns einen großen, kräftigen und wärmenden Manöverschluck.

Bild 5:  Zwei Stunden später, der Regen hatte aufgehört und das Deck war bereits wieder am Trocknen, stärkten wir uns mit Spaghetti.
v.l.n.r.: Andrea, Regina, /me, Theo, Andreas (Bauleiter)

Bild 6: Ausblick vom kleinen Hügel hinter der Marina...

Bild 7:  Am nächsten Tag wurde eine nahegelegene Bucht für einen Badetag angesteuert. Bei der Gelegenheit wollten wir auch das kaputte Ankerlicht auswechseln und so ging´s im Bootsmannstuhl auf den 21m hohen Mast. Eine ganz ungewöhnliche Perspektive.

Bild 8:  Nachdem wir nicht jedes mal zum Grillen an Land fahren wollten und es auch von den örtlichen Gegebenheiten nicht immer möglich war, überlegten wir kurz, ob es da nicht noch andere Möglichkeiten gab, doch an Bord zu grillen. Wir banden Leinen an die Basarella und spannten diese vom Spiegel weg, sodass der Griller direkt über dem Wasser aufgestellt und das Schiff nicht beschädigt werden konnte. Zur Belohnung für soviel Erfindungsgeist gab´s  Koteletts mit Knoblauchsauce, Erdäpfel und Salat.

Bild 9: Eine zufriedene Mannschaft...

Bild 10:  Und nochmals Grillen...

Bild 11:  So sieht die Ankerwache in den frühen Morgenstunden aus ;-)

Bild 12:  Die durch Bojen gesicherte, schmale und sehr sehenswerte Durchfahrt 'Prolaz Proversa'. Um unser Ziel, das Ende der 'L Telascica' Bucht zu erreichen, mussten wir direkt am Randbereich der Buschbrände vorbeisteuern, die am südlichsten Bereich von Dugi Otok wüteten.

Bild 13:  100m neben uns ein Löschflugzeug beim Wassertanken.

Bild 14:  Und alle 5 Minuten kam es wieder. 

Bild 15:

Bild 16:  Auch einige Hubschrauber wurden zur Feuerbekämpfung eingesetzt.

Bild 17:

Bild 18:  Löschen eines neuen Brandherdes weit abseits des Hauptfeuers.

Bild 19:  Auf der Heimfahrt über das Velebit-Gebirge teilte uns Andy per Funk mit, dass seine Kühlwasseranzeige im roten Bereich sei. Während der Pause zum Abkühlen des Motors (es war Samstag Mittag, die Sonne brannte herunter) meinte Andy: 'Do mecht´ i net amoi tot über´n Zaun hänga'. Die Anzeige war wieder normal - es ging weiter. Nach 2 Minuten erneut der Ruf nach einer Pause, weil schon wieder zu heiß. In Erinnerung an meinen alten Volvo - wo auch immer der Thermostat hängen blieb - griff ich zu einem Schraubenzieher und einem kleinen Hammer (eigentlich ein Kinderhammerl) und klopfte ein paar mal kurz auf den Thermostatdeckel (zu meiner Entschuldigung: beim Volvo war´s ein Fäustl und es funktionierte immer). Das Ergebnis beim Mazda ist am Bild zu sehen. Da das Loch leider nicht zu dichten war, schleppten wir das Auto über den Berg zum nächsten Ort, wo ich heute noch die Worte des 'Mechanikers' höre: 'Problema, Motor nix gut, nix gut...

Bild 20:  So kam es, wie es kommen musste. Ein Abschleppwagen wurde gerufen, die Kosten entsprachen wahrscheinlich einem durchschnittlichen, kroatischen Monatsgehalt, aber wir hatten nur die Wahl, selbst zu schleppen, was aber bei ca. 600km ausschied. Da es in den nächsten größeren Ortschaften und auch in Zagreb keine Mazda-Werkstätte gab, wurde die Fahrt mit dem Abschleppwagen verlängert, was der Fahrer mit einem Leuchten in den Augen zur Kenntnis nahm. Schließlich kam die Grenze zu Slowenien und unser Fahrer meinte allen Ernstes, wir sollten mit ihm (in einem PKW) umkehren, um seinen Reisepass zu holen... Gottlob hatten wir nicht nur Funkgeräte sondern auch ein 'richtiges' Handy im Gepäck, mit welchem wir über den ÖAMTC-Partner einen Abschleppwagen riefen, der uns beim slowenischen Grenzübergang erwartete. Mittlerweile war es schon 20 Uhr und außer einem Stück Brot mit Speck hatten wir seit dem Frühstück noch nichts gegessen. Ruck zuck wurde der Wagen umgeladen und es ging weiter. Da dieser Fahrer seinen Pass mit hatte ging es auf direktem Weg zum Grazer ÖAMTC Stützpunkt. Trotz der späten Stunde (2 Uhr morgens) trafen wir auf einen freundlichen Mitarbeiter, der sich als 'MacGyver' herausstellte. Mit den Worten: 'Ich wollt´ immer schon ausprobieren, wie das Aluminiumschweißgerät funktioniert'  verschwand er mit dem defekten Teil in der Werkstatt. Nach kurzer Zeit kam er wieder und präsentierte uns stolz sein Werk - den zugeschweissten Thermostatdeckel. Wir konnten weiterfahren und nach 450, hinter einem Abschleppwagen zurückgelegten Kilometern bei 60km/h war es eine Wohltat, wieder auf ein normales Auto zu sehen. Unser Zuhause erreichten wir am Sonntag um 7 Uhr morgens nach einer 21stündigen Fahrt und fielen todmüde ins Bett.

 

 


 

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Letzter Update: 09-07-05